Der folgende Post spukt mir auch schon lange im Kopf rum, ich hab ihn aber nie richtig forumlieren können — mal schauen ob es heute klappt. Ich frage mich, was unsere Gesellschaft gegen Videospiele und MMORPGs im speziellen hat. Sicher hat es manche Menschen so in ihren Bann gezogen, dass man es Sucht nennen muss. Aber das gilt auch für Alkohol, Zigaretten, Glücksspiel und vieles mehr. Wenn man auf einem Geschäftsessen 4 Gläser Wein weghaut ist das OK, wenn man nichts trinkt wird man evtl. sogar dumm angeschaut. Wenn ich aber in so einem Umfeld erwähnen würde, dass ich WoW spiele, würde das sicherlich nicht gerade positiv für mich ausgelegt werden. Leider geht es damit dann auch soweit, dass ich von meinem privaten Blog nicht hierher linken mag und in der Öffentlichkeit (mit dem Nicknamen) auch meinen Blog nicht erwähne. Ich nutze zwei unterschiedliche E-Mail-Adressen und ich erwähne WoW nichtmal bei Facebook, auch wenn es dort ja eigentlich nur Freunde mitbekommen sollten. Alles nur, damit bei der nächsten Suche nach einem Job dieser Fakt nicht sofort ersichtlich ist. Und das, obwohl das eigentlich unnötig ist. Klar verbringe ich viel Zeit vor dem Spiel, wenn es gerade interessant ist. Aber dabei vernachlässige ich ja nicht gleich meine Arbeit. Und wenn ich mal einen Tag am Wochenende durchspiele — na und? Wer am Abend vorher bis 4 unterwegs war Saufen (OK, da bin ich mir auch nicht zu gut für
) hat da auch Stunden reingesteckt und den halben Tag drauf auch noch Kater.
Für mich ist das ganze auch noch deshalb schwierig, da ich der Meinung bin man sollte auch im Internet zu dem stehen was man so macht. Deshalb habe ich bei anderen Themen üblicherweise meinen vollen Namen genutzt, sei es im Usenet oder auf Blogs. (In Foren ist es einfach unüblich, deshalb nutze ich da auch einen Nick.) Und diese Gewohnheut nun zu unterdrücken nervt. Mittlerweile ist die Generation Videospiele, meiner Einschätzung nach ab etwa 1970 geboren, eigentlich auch in Positionen in der Berufswelt angekommen, die Einfluss darauf haben sollte, dennoch hat sich das Bild der Gesellschaft nicht verändert.
Ich bin mir nicht sicher was dieser Post an Aussage haben soll, denn ich denke die Leser dieses Blogs würden mich nicht abwerten, nur weil ich spiele. Aber vielleicht habt ihr ähnliche Probleme oder Bedenken wie ich. Wie geht ihr damit um? Lasst ihr euren vollen Namen mit WoW leicht verbinden? Oder vermeidet ihr das um jeden Preis?
Update: Die Diskussion in den Kommentaren hat mich an folgende Comics von NPC Comic erinnert, in dem die Hauptfigur auch gerade in einer Firma neu anfängt. (Cooler Comic BTW, gerade die älteren Katzen-Arcs sind lustig.
)




Als erstes einmal: Schöne Themenidee und ein schöner Banner dazu.
Mir gehts zu dem Thema ähnlich wie dir: Ich trenne die Welten für mich relativ klar. Ich bin einer der weniger Spieler in meinem privaten Umfeld, wenn man mal auf das Thema kam, hab ich zwar gesagt das ich das “hin und wieder mal spiele”, aber eher so beiläufig.
“Mittlerweile ist die Generation Videospiele, meiner Einschätzung nach ab etwa 1970 geboren, eigentlich auch in Positionen in der Berufswelt angekommen, die Einfluss darauf haben sollte, dennoch hat sich das Bild der Gesellschaft nicht verändert.”
Das wundert mich auch ein bisschen, und ich sehe irgendwie auch nicht den Trend der das ändert. Vielleicht ist es das spielen selber, das einfach so ein schlechtes Stigma in der Gesellschaft hat, dank den süchtigen MMO’lern und den um sich schießenenden CS-Spielern.
Andererseits gibt es ja den Trend das der Nerd “gesellschäftsfähig” wird, siehe beispielsweise Sachen wie Big Bang Theory, oder die ganzen Comicverfilmung, die ultra erfolgreich sind, auch im Mainstream. Vielleicht können in dieses Sog auch Games reinkommen.
Aber ich denke auch, dass wir da zu einem gut Stück selber dran schuld sind. Solange wir als Spieler nicht dazu stehen, dass wir beispielsweise ein Hobby als WoW haben, kann es da irgendwie auch nicht vorwärts gehen. Und ich denke nicht, dass es uns nur so geht, dass wir da unser “Real Life” zumindest momentan nicht mitreinziehen möchte. Das werden viele so sehen.
Ich überlege schon, wem ich was erzähle, aber das mache ich eigentlich bei allen Themen. Gibt sicher auch Dinge, die ich hier nie erzählen würde. Jeder hat so seine verschiedenen Interessengebiete und nicht alle sind zueinander kompatibel bzw. die Teilnehmer sind es nicht.
Nehmen wir mal an, jemand spielt gerne WoW, geht gerne auf SM-Parties und strickt gerne. Vielleicht wird derjenige bei SM Parties mal erwähnen, daß er WoW spielt, aber sicher nicht bei WoW, daß er SM Parties besucht und im Strickzirkel wird er das wohl auch eher verschweigen.
Es stimmt wohl, daß aufgrund von falschen Verknüpfungen Computerspiele in einem komischen Licht stehen. Es mag zwar sein, daß die ab 1970 geborenen in der Berufswelt angekommen sind, aber die Politik ist noch immer von Menschen durchsetzt, die von dem Thema wenig bis keinen Schimmer haben. Und die machen nun mal die Gesetze.
Mein Chef weiß, daß ich WoW spiele, ich habe von ihr zum Geburtstag auch eine Gametime Card geschenkt bekommen, also da habe ich damit keine Probleme
Interessantes Thema, welchem aber meiner Meinung nach heutzutage zuviel Aufmerksamkeit zukommt. Das Spielen ist ein Hobby wie viele andere auch. Das muss in die Köpfe der hauptsächlich älteren Generationen. Du hast es ja schon angesprochen. Langsam aber sicher kommt auch die Generation Spiele in Positionen die die Gesellschaft beeinflussen. Deshalb glaube ich, dass das ganze Thema eines Tages keines mehr sein wird. Nur dürfen wir, um das ganze zu beschleunigen, unser Hobby nicht verleugnen. Aufklärung tut Not! Also über das Spielen reden, erläutern warum gespielt wird etc. Dokus wie bspw. die sehr sehenswerte “Nur ein Spiel” (http://vimeo.com/16064142), welche direkt von Spielern über Spieler erstellt wurden helfen dabei sicherlich auch. Leider schaffen es Beiträge dieser Art noch nicht in die breiten Medien. Aber das wird kommen, schon weil sich zukünftig die breiten Medien mehr und mehr ins Internet verlagern. Also kurz und kanpp: Wir dürfen unser Hobby nicht verleugnen!
Tnx!
Das ist wahr… Eigentlich ist Nerd doch schon fast chic heutzutage. Zumindest solange man nicht zu introvertiert ist. Aber wahrscheinlich ist es wirklich wie Du es sagst:
Das könnte wirklich der Kern des Problems sein. Nur wer will denn da den ersten Schritt machen?
Dazu fällt mir BTW noch ein, es gab auf NPC Comic mal einen super Comic dazu, ich hab ihn mal im Post oben eingefügt.
Das ist ein ganz anderes und viel schlimmeres Thema, die Inkompetenz die (zumindest deutsche) Politiker im technischen Bereich haben ist grenzenlos. Man könnte meinen, dass sie sich keine vernünftigen Berater leisten können. Was ich daran am erschreckensten finde ist die Tatsache, dass es andere Gebiete gibt, in denen ich mich nicht auskenne und dort den möglichen oder eher wahrscheinlichen Bullshit einfach nicht erkenne.
Mein direkter Chef auch, aber auch eher durch Zufall…
P.S. Wenn ich mal Zeit hab muss ich wohl mal die Formatierung von Zitaten mit Blockquote anpassen. ;(
Ja die ist wirklich sehenswert. Hab die auch mal die Tage gesehen. Auch wenn sie mMn etwas über die Archetypen rausgehen hätten sollen. Also weg vom nerdigen knapp 30 jährigen Larper, von der Physikprof-Leuten mit Bart, die seit 30 Jahren D&D spielen, oder den jungen Kids die halt WoW zocken. Das Mutter (die ja ganz trendy war
) mit ihrem Kid war zwar etwas strange, aber mal ein gutes Beispiel.
Ich geh am Monatag mit nem “Rogues do it from behind” Shirt zur Arbeit! :>
Ah super, nun kann ich es nicht übertreiben.
So, Blockquotes sind nicht gerade schön, aber besser. Wenn es nun noch einen feinen Weg gäbe den Namen des OPs aus dem cite-Attribut zu holen…
Hm, also das ist ein netter Blog-Eintrag, aber ich denke ihr geht das von der “falschen” Seite an. (Das Thema ist zu vielschichtig als dass es ur eine Seite gibt) Nicht ihr oder euer Hobby seid von der Gesellschaft stigmatisiert, sondern der einfache Fakt, dass es ComputerSPIEL heißt.
Ein Hobby, so abgefahren es auch sein mag ist gesellschaftlich aktzeptiert, wenn es altersentsprechend ist. Als 5 Jähriger mit Puppen zu spielen geht in Ordnung. Als 50 Jähriger hingegen nicht.
Als 15 Jähriger eine Weltumsegelung zu machen ist umstritten. Als 51 Jähriger hingegen cool und gewagt. Und dabei ist in den meisten Fällen der 51 Jährige der größere Idiot, da der sich weniger Gedanken macht.
Und so verhält es sich mit Computerspielen. Im allgemeinen handelt es sich dabei um Unterhaltung für Kinder und Jugendliche. Auch wenn Jugendliche bei einem GTA, Metal Gear Solid oder sogar einem Final Fantasy nur einen Bruchteil verstehen, so sind sie doch für die Gesellschaft die primäre Zielgruppe.
Wir “Gamer” beschäftigen uns mit Spielen und deren Inhalt. Wir wissen, dass ein Bioshock mehr zu sagen hat als: “Knall alles um bis sich nichts mehr bewegt”. Aber für leute die sich nur oberflächlich damit beschäftigen, ist es das nunmal. Außer Eltern deren Kinder zocken, sollte sich eine Gesellschaft auch nicht damit beschäftigen müssen. Wichtiger sind da Armut, Umwelt und Politik. Und selbst die Generation Baujahr 1970 hat besseres zu tun (ich sag nur Rente), und selbst davon zocken nur noch wenige.
Was spielt diese Generation: Nintendo DS mit Gehirnjogging oder Wii. Also wieder Formate in denen es sehr kindlich und familienkompatibel zugeht. Und soweit ich weiß sind die “erwachsenen Spiele” für die Wii im großen und ganzen inhaltlich nicht sehr anspruchsvoll.
Wir müssen damit leben, dass Spiele wohl so schnell keine gesellschaftliche Aktzeptanz bekommen. Das ist auch nicht schlimm. Und ich erzähle auch, dass ich zocke. Und einigen wenigen erzählich ich sogar, dass ich WoW spiele. Die einzige Reaktion die ich dann bekomme ist aber nur: “Du weißt schon, dass das abhängig macht und Familien daran zerbrochen sind”
So what? Scheißt drauf, dass andere Menschen euch nicht verstehen. Wir haben uns. Wir haben Twitter, Gamingseiten und Blogs. Und ab und an trifft man sich im RL. Und TS ist ja mal einfach super.
Der Buddelschiff Verein “XY ev.” bekommt garantiert nicht so eine gute Organisation hin.
Und was Nerds angeht. Sorry aber die sind nicht cool. Sie sind nur eine aktuelle Witzfigur. Gibt es eine Dramaserie oder andere Formate in der ein Nerd der Held ist. Nein. (Und wenn jetzt einer Chuck sagt, dann knallts)
Gibt es Filme in dem der Nerd der große Held wird. Nur dann wenn er sich an gesellschaftliche Konventionen hält und “normaler” wird. Na super. Nerds sind trendy, da sie trotz ihrer “Intelligenz” keine wirkliche Sozialkompetenz haben. Das ist wie Schundfernsehen auf RTL 2. Man kann begaffen, wie blöd doch die anderen sind. Man selber ist ja glücklicherweise nicht so. Da kann man sich dann entspannt zurück lehnen und sich von der Bild zeitung nochmal verarschen lassen.
Und das finde ich wirklich schade. Nerds sind cool und keine Witzfigur!
Was soll ich sagen…ich bin ITler. Dreiviertel meiner Abteilung spielt (oder spielte) WoW, Starcraft, wwiw. Bei uns wird jetzt grad viel über WoW geredet. Manche sagen ich bin daran schuld wegen meines GOBLIN-PRIESTERS!!!!!111einself (und daß ich Tage, Stunden und Minuten bis zum Addon ansagen kann, ohne ein Programm zu benutzen
).
Schäme ich mich, daß ich ein “Zocker”/”Nerd” bin? Nö, warum auch? Ich renne zwar nicht durch die Gegend und sage: “Hi, ich bin r2 und spiele Online-Spiele.”, aber wenn mich jemand nach meinen Hobbys fragt, sage ich: World of Warcraft. Klar erntet man dann auch blöde Blicke, aber who cares. Ich schaue ja auch keinen blöde an, wenn er “Töpfern” sagt (ok, doch, tue ich
). Bei Hobbys und Essen ist es gleich, es ist Geschmachssache. Und wenn ich gerne in meinem Kämmerchen hocke, in’s TS sabbel und Knöpfen drücke, ist das mein gutes Recht. So als Tipp, wenn wer blöd guckt (hat auch bei meiner Mutter funktioniert): “Wann hast Du denn das letzte Mal mit 9, 24 oder mehr anderen Menschen etwas unternommen?” Meistens ist betretenes Schweigen die Antwort.
Früher war ich in vielen Sportvereinen, war oft in Discos und mit Freunden unterwegs. Heute fehlt mir unter anderm auch schlicht und ergreifend die Zeit dazu (Freundschaften müssen gepflegt werden). Aufstehen, Hund fertig machen, arbeiten, Hund fertig machen, 19:00 Uhr. Nach 13 Stunden Action habe ich keine Lust mehr mich wieder zu duschen, fertig zu machen und mich dann noch ‘ne Stunde oder zwei mit jemandem zu treffen. Schlabberklamotten an, online gehen, abschalten und Spaß haben…oder vielleicht telefonieren. Ich brauche keinen Fleischklops vor mir, um mich zu unterhalten. Ich bevorzuge mittlerweile schon die Non-Face2Face-Kommunikation, denn dann kann ich mich just in diesem Moment entscheiden, ob ich Lust dazu habe. Und das, ohne abzusagen, denn das macht man ja doch nicht gerne. Also zwingt man sich zu etwas, auf das man eigentlich keine Lust hat. Meistens macht es dann doch Spaß jemanden im RL zu sehen, aber mich dazu aufzuraffen…dafür fehlt mir unter der Woche einfach die Kraft (Gott bin ich alt
). Am Wochenende könnte ich natürlich im RL was unternehmen, aber da bin ich echt froh, wenn ich meine Ruhe habe und für mich sein kann oder entspannt vor dem Rechner mit Leuten was unternehme (Schlabberhosen die Zweite).
). Man muß sich keinen Kopf machen, was man anzieht und ob die Frisur sitzt, man hat so ziemlich alle Freiheiten, die man will…wenn man sie will. Wenn am Vortag Chili-Tag war, drückt man “Mute” und schmettert so richtig einen ab…stört ja keinen (außer wenn die Augen tränen und man deshalb den Try versaut
).
Somit zum Thema “introvertiert”. Ich habe mit 10 Jahren (oder so in dem Dreh) meinen ersten PC bekommen (Commodore PC10 III, Knaller-Kiste) und es hat mich auch gleich interessiert. Natürlich vorrangig die Spiele, aber darüber bin ich zum Rest gekommen. Mal funktionierte softwareseitig etwas nicht, also mußte ich es fixen. Dann stimmte die Hardware nicht mehr, also mußte ich schauen woran es liegt und aufrüsten. Natürlich habe ich mich, verstärkt durch den späteren Informatik-Unterricht in der Schule, auch mit anderen Sachen als “Zocken” beschäftigt. Aber es hatte eigentlich immer mit Computern oder anderen elektrotechnischen Sachen zu tun. Da das zu der Zeit grad erst im Kommen war, hatte ich nicht viele Freunde, da ich mich einfach für andere Sachen interessierte. “Aussenseiter” ist hier das Stichwort. Auch später hielt sich mein wirklicher Freundeskreis beschränkt, da ich mich halt am liebsten über Hardware, Spiele, Softwareprobleme sowie ihre Lösung und so unterhalten habe (glaube das nennt man “Nerd”). Mein “Freundeskreis” war natürlich größer, da ich ja etwas konnte, von dem viele keine Ahnung hatten. ‘nen Nagel in die Wand zu kloppen bekommen die meisten ja noch hin, aber eine Grafikkarte einzubauen, die richtigen Treiber runterzuladen und zu installieren (“Installieren, was’n das?”), auftretende Probleme zu beheben usw., das war vielen zu hoch, da sie die Zusammenhänge nicht verstanden. “Nagel”, “Hammer”, “Bumm” war halt doch ziemlich klar.
Dies führte auf der einen Seite dazu, daß ich mein Wissen automatisch erweiterte und das logische Denkvermögen trainierte, auf der anderen Seite aber auch dazu, daß ich extrem oft auf die Schnauze gefallen bin. War der Computer (und der der Eltern und der Freunde und der Freundesfreunde) gefixt, waren die “Gemeinsamkeiten” Geschichte und so auch die Freundschaft. So wurde ich immer vorsichtiger, daß ich nicht wieder “nur ausgenutzt” werde. Das Ganze führte dann soweit, daß ich mich bei einem Missverhältnis bekannter/unbekannter Leute unwohl fühle und auf Menschen zuzugehen ein ziemliches Ding der Unmöglichkeit ist. Deshalb fühle ich mich aber nicht schlecht oder habe das Gefühl, daß mir was fehlt. Verstehen viele Leute nicht, aber jeder Mensch ist halt anders. Davon abgesehen bin ich jeden Wochentag mindestens 9 Stunden mit meinen Arbeitskollegen zusammen, mache Blödsinn und kommuniziere (im Normalfall telefonisch) mit unseren Usern.
Mit Antritt meiner Arbeit als “Computer Futzi” habe ich gesagt: “So, nu dürft Ihr Euch einen anderen suchen. In meiner Freizeit mache ich was anderes, als ich schon den ganzen Tag auf der Arbeit mache.” Und plötzlich wurde es still. Ein, zwei, drei Leute waren noch da, der Rest verschwand im Nichts. Durch die mangelnde Zeit und insbesondere die fehlenden Gemeinsamkeiten sind aber auch diese Freundschaften “im Standby”. Das liegt aber an mir, nicht an den anderen. Ich habe mit meiner verbliebenen Freizeit einfach besseres zu tun, als jemandem vorzugaukeln, die Fotos vom letzten Urlaub würden mich interessieren. Natürlich haben auch Online-Spiele wie Delta Force 2 (damit hat alles angefangen), Counter Strike, Ultima Online, World of Warcraft dazu beigetragen. Dort habe ich Leute gefunden, die das gleiche Hobby haben wie ich: zocken (oftmals einhergehend mit Computer-Krempel). Wenn ich auf der Suche nach jemandem bin, der gerne Drachen steigen läßt, ist die Chance ihn/sie in einer Tauchschule zu finden, ja auch recht gering.
Das Schöne an einem Online-Hobby ist, daß man es jederzeit ausüben kann und dann so, wie man gerne möchte (und schon wieder die Schlabberhosen
So, da es schon spät ist, kann ich abschließend nur sagen: Jedem das Seine. Der/die eine geht gerne im RL weg, der/die andere sitzt gerne vor dem Rechner und pflegt die Online-Bekanntschaften, manche mögen beides.
PS:Nerd-Helden…z.B. “Neo” aus “Matrix” ist einer. Sitzt am Wochenende vor dem Computer und hackt rum (bzw. pennt vor dem Rechner ein), bevor er die Pille schluckt.
Ich muss sagen auf Facebook habe ich auch darauf geachtet das man nicht direkt sieht, das ich WoW spiele. Wobei ich kein Problem damit habe, wenn das in irgendeinem Beitrag beiläufig fällt. So wie heute von Frosti
Privaten Leuten erzähle ich es, wenn es sich ergibt aber sicher nicht allen. Eine alte Freundin die ich dieses Jahr wieder getroffen habe, wollte mir dann auch erzählen, das es süchtig macht, solche Leute doch keine Freunde haben, sich mit einem PC unterhalten und von der Aussenwelt abschotten. Der musste ich erstmal klar machen, das auf der anderen Seite reale Personen sitzen und nicht nur ein NPC.
Beim telefonieren regt sich ja auch keiner darüber auf, das man den anderen nicht sieht.
Bei der Arbeit ist es manchmal recht lustig, einer meiner Kollegen ist auch so ein bischen ein “Verrückter”, der zockt zwar nicht aber bastelt glaub ständig an einem neuen PC. Der lässt vor meinem Urlaub dann immer lustige Sprüche los “Jetzt wird im Hause 3 Wochen lang 24h am Tag nur noch gezockt”^^
Wenn ich so überlege, der einzigste bei uns, mit dem man sich über sowas wirklich unterhalten kann.
Meine Kollegen wissen das ich WoW spiele und beim letzten Addon auf dem Mitternachsverkauf war. Eine beschwerte sich dann direkt, das ihr Freund das auch spielt und meckerte nur rum. So eine typische Frau die sich schon aufregt, wenn sie heim kommt und ihr Lebensgefährte eben nur mal eine Stunde von der Arbeit abschalten möchte. Das sind dann Menschen die ich nicht verstehe.
Eine andere Kollegin fing in irgendeinem anderen Zusammenhang an zu behaupten, das ich doch keine Freunde hätte. Frage sie wie sie denn darauf kommen würde(weil ich eigentlich den Teil meines Privatlebens nicht mit zur Arbeit schleife). Da meinte sie, das ich doch nur vor dem PC sitzen würde. Da hab ich erstmal laut lachen müssen. Danach wollte sie mir noch so einiges über mich erzählen, ich hab mich ehrlich gesagt nicht mehr vor Lachen halten können.
Aber so ist das eben mit diesem Schubladendenken und wenn man in der für Computerspiele sitzt, dann muss man genau so sein.
Ich sagte dann nur noch “Und morgen bring ich eine Waffe mit und knall euch alle ab” Da wusste sie dann nicht mehr was sie sagen sollte.
Um ehrlich zu sein, die Leute können denken was sie wollen aber WoW hat mir auch viele neue Türen geöffnet und genau das vergessen die Menschen.
Ich saß hier alleine mein PC gibt morgens unerklärliche Laute von sich und ich weis das ich Abends nicht spielen kann, weil ich Angst habe, das er gleich explodiert.
Da lernt man schnell sich mit solchen Dingen auseinander zu setzen. Woher kommt das Problem, was kann es sein, kurz Raven fragen, geht alleine ein Netzteil kaufen, will es einbauen, hat am Ende den CPU Lüfter in der Hand und wundert sich was das für komische schleimige Paste ist, fängt an zu schwitzen, bekommt das ganze doch irgendwie wieder zusammen und der Rechner läuft wieder. Hab an dem Abend sogar noch spielen können
Gestern 5 Jahre später habe ich mit Raven an meiner Seite, meinen ersten PC selbst zusammen gebaut
Man fängt einfach an sich mit diesen Dingen mehr und mehr auseinander zu setzen und man trainiert nicht nur ingame, sei es Reaktionsgeschwindigkeit, Auffassungsgabe oder die Tatsache 3 Dinge gleichzeitig zu tun. Man lernt auch am PC immer mehr dazu und irgendwann kommt der Chef zu einem und läd einen zur Key User Schulung ein, weil er merkt, das all die Damen immer zu dieser einen Person rennen wenn sie nicht weiter wissen.
Da ist es mir dann auch egal, was eine alte Freundin oder eine 52 jährige Arbeitskollegin von mir halten. Ich lach mit unserem “verrückten” Kollegen lieber über jene die am PC nichts gebacken bekommen, über die lustigen Sachen die ausgerechnet jene über uns beide denken und darüber, das wir ihnen schwarze T-Shirts mit gelben Blitzen kaufen(weil immer gelbe Blitze in dem Programm kommen wenn man etwas gemacht hat was dem Programm nicht gefällt. Bei manchen Kollegen sind das überdimensional viele Blitze)